Preisgerichtssitzung 1

18.11.2013

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Die Jury hat entschieden: Drei der zehn Entwürfe für die zweite Wettbewerbsrunde ausgewählt

Am 5. November war es soweit: Das Preisgericht hat getagt und drei
der zehn Architektenteams zur Konkretisierung ihrer Entwürfe aufgefordert. Diese haben nun für einige Wochen die Möglichkeit ihre Arbeiten zu vertiefen bis Mitte Dezember schließlich der Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs gekürt wird.

Das Preisgericht, besteh­­­end aus 14 stimmberechtigten Preisrichtern, darunter einem Vertreter der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und Vertretern des Bezirks Altona, renommierten
Architekten, Stadtplanern, einem Landschaftsarchitekten,
politischen Mandatsträgern und Vertretern des (Mit-)Auslobers Rheinmetall Immobilien, diskutierte und prüfte einen Tag lang
alle zehn vorliegenden Entwürfe. Unterstützt wurden sie vom wettbewerbsbetreuenden Planungsbüro Claussen-Seggelke und
vom Büro urbanista, zuständig für den Bürgerdialog und die Kommunikation.

Als Grundlage der Entscheidungsfindung dienten neben den Beurteilungskriterien der Auslobung und dem Fach- und
Sachwissen der Jury auch die Anmerkungen der Bürger. Im Vorfeld wurden entsprechend der Auswertung der Bürgerkommentare darauf aufbauende Fragen an die Teams gestellt. Die Architekten wurden anschließend um Stellungnahme in Form einer Skizze oder textlichen Zusammenfassung gebeten. Sowohl die Auswertung der Bürgerkommentare als auch die Antworten der Architektenteams wurden in der Jurysitzung vorgestellt und diskutiert. Es fiel auf, dass Bürgerideen und -meinungen zum Teil mit der Jurymeinung überein stimmten, zum Teil jedoch auch gegensätzliche Meinungen vorherrschten.

Folgende drei Architektenteams wurden ausgewählt und haben bis Mitte Dezember Gelegenheit, ihre Entwürfe weiter zu vertiefen:

 

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coido architects

Die Entwurfsidee: Die Vielfalt des Stadtteils Ottensen in Maßstab, Struktur und Nutzung prägt auch das neue Quartier. Die vorhandenen industriellen Strukturen werden zum großen Teil erhalten und mit passenden Neubauten zu einem atmosphärischen, charakterstarken Städtebau verdichtet. Variantenreiche, zugängliche Außenräume (Höfe) mit unterschiedlichen Charakteren bilden ein für alle durchlässiges Quartier.

Beurteilung des Preisgerichts: Das Konzept überzeugt mit vielen Qualitäten und guter Funktionalität in allen Belangen. Der Entwurf
fügt sich wie selbstverständlich in die vorhandenen städtebaulichen Strukturen der Umgebung ein. Für die weitere städtebauliche Entwicklung nach Osten werden gute Anschlussmöglichkeiten ausgebildet. Der zentrale Platz, das Wohnraumangebot, insbesondere die nördliche Ausdehnung und der Umgang mit Bestandsgebäuden, sind gelungen. Ebenfalls positiv wird die Eingangssituation bewertet, die in das Quartier hineinleitet und mit der einfachen Erschließung eine gute Adressbildung ermöglicht.

Weitere Infos zum Entwurf 


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LRW Architekten und Stadtplaner

Die Entwurfsidee: Die Konversion des Werksgeländes bietet die Chance, durch eine Kombination von Bestandsgebäuden und Neubauten, bestehenden und neuen Nutzungen ein lebendiges
und vielfältiges Stadtquartier zu gestalten, das sich in die typische
Ottenser Stadtstruktur einfügt. Der Entwurf stellt eine Neuinterpretation dar und orientiert sich in seinen Themen
und Typologien an den Gegebenheiten der direkten Ottenser Nachbarschaft. In einer klaren städtebaulichen Struktur aus Blockrandbebauungen und kleinteiligen Innenhöfen werden Gewerbe-, Büro-, Dienstleistungs- und Wohnnutzungen im Zusammenspiel mit identitätsstiftenden Bestandsgebäuden zu einem lebendigen und vielschichtigen Quartier zusammengeführt.

Beurteilung des Preisgerichts: Der Entwurf zeigt eine eigene städtebauliche Struktur, die zu allen Seiten gute Anknüpfungspunkte an die Umgebung aufweist. Die Nutzungszonierung und die Darstellung sozialer Einrichtungen (Veranstaltungszentrum, KITA) konnten überzeugen. Ebenfalls sind die Freiraumstruktur, die sich auch in das Gewerbe hineinzieht, und die separate fußläufige Verbindung ins Quartier als positiv zu betrachten.

Weitere Infos zum Entwurf


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studio NL-D

Die Entwurfsidee: Wir schaffen durch den Erhalt aller wertvollen
alten Hallen ein spannungsvolles Gegenüber von bestehender Industriearchitektur mit kleinteiligem Wohnungsbau und Gewerbe,
das dem Ort und seinen Nutzern und Bewohnern eine starke Identität verleiht. Der neu entstandene zentrale Platz ist einerseits Podium und Spielfeld für vielfältige Nutzungen innerhalb des Quartiers und andererseits Verknüpfung mit den nachbarschaftlichen Grundstücken. Die Wohnhöfe und Dachflächen der neuen Gebäude werden begrünt, und vor allen Dingen die urbane Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle als sozialbindendes Element und Treffpunkt der Gemeinschaft.

Beurteilung des Preisgerichts: Der Entwurf bietet eine interessante Struktur mit vielfältigen innovativen Ansätzen. Der Wohnblock im Süden und die Maßstäblichkeit der Gebäude im Norden an der
S-Bahntrasse sind besondere positive Aspekte des Entwurfs. Überzeugen kann auch das klare Erschließungskonzept und der großzügige Platzbereich zwischen den Hallen und der Wohnbebauung, der einen hochwertigen Außenraum mit guter Anbindung nach Osten und Westen bietet.

Weitere Infos zum Entwurf 


Auf Basis der Beiträge auf der Dialogplattform und der Gläsernen Werkstatt empfiehlt die Jury einige Überarbeitungen. Nun ist es an den Architektenteams, auf diese zu reagieren und die Anregungen mit in die Entwürfe einfließen zu lassen, damit im Dezember ein Wettbewerbssieger gekürt werden kann.

Sie finden hier in den nächsten Tagen die Antworten der Architektenteams auf die Fragen der Bürger, ermittelt in der Gläsernen Werkstatt, aber ebenso eine Dokumentation der Veränderung der Architektenentwürfe und im Dezember die Entscheidung der 2. Jurysitzung.

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