Zusammenfassung des bisherigen Dialogs

10.09.2013

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Ergebnisse des bisherigen Dialogs

Seit mehr als einen Monat läuft nun die erste Phase der Dialogwerkstatt Friedensallee, die sich ganz der Sammlung Ihrer Ideen und Vorschläge zur künftigen Nutzung des Geländes widmet. Auffällig ist, dass Beiträge und Kommentare zur Frage „Wie kommt Leben ins Quartier“ besonders präsent sind. Doch welches Stimmungsbild wird sichtbar, wenn man einen Schritt zurück tritt und die Beiträge als Ganzes anschaut? Hier bestimmen besonders zwei Themenstränge das Meinungsbild – sowohl online als auch auf den bisherigen Infoveranstaltungen im Stadtteil:

Themenkomplex: Wohnen neben Gewerbe

Ein Thema, das ganz Hamburg bewegt, besonders in einem begehrten Stadtteil wie Ottensen diskutiert wird, von fast allen Besuchern des Infostandes vehement geäußert wurde und sich auch gut sichtbar im Dialogbereich dieser Webseite findet, ist der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum. Wohnen auf dem Kolbenschmidt- Areal wird dabei von fast allen Teilnehmern begrüßt. Das Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe wird als spannende urbane Mischung empfunden, die kurze Wege ermöglicht und „monotonen Schlafstädten“ vorbeugt.

Bei der genauen Art des benötigten Wohnraums sind die Leute noch geteilter Meinung: Einerseits wurde mehrfach der Wunsch nach kleinen und günstigen (Miet-)Wohnungen, beispielsweise als 1,5-Zimmer-Varianten, geäußert, daneben sind aber auch bezahlbare Angebote für Familien stark nachgefragt. Vorgeschlagen wurden außerdem Angebote für Mehrgenerationenwohnen und Baugemeinschaften.

Ein besonderer Fokus liegt generell auf einer Kombination von Wohn- und Arbeitsräumen, welche den neuen Arbeitsmodellen entsprechen. So soll ein nahes Nebeneinander der Nutzungen und Schaffung neuer Lebensräume ermöglicht werden. Das „lästige“ Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsstätten entfällt so, Kinderbetreuung ist flexibel möglich. Auch die Verbindung von Wohnung und Werkstatt wurde mehrfach angesprochen, wartet jedoch weiterhin auf neue Ansätze und Modelle zur Lösung der Lärmproblematik.

Themenkomplex: Kleingewerbe und Kultur

Nicht nur in der direkten Nachbarschaft wird die jetzige Nutzung des Areals überwiegend gut aufgenommen. Die kulturellen Nutzungen und kleinen Betriebe, aber auch die Vielfalt des Geländes mit seinen Industriehallen und rauem Charme stoßen – so die Erfahrung des Infostandes im Mercado – in fast allen Teilen des Stadtteils auf Sympathie. Allerdings wurden in den letzten Tagen auch erste Kommentare zu Lärm- und Geruchsbelästigungen durch die jetzigen Nutzungen in den Dialog eingebracht.

Deutlich erkennbar ist der Wunsch nach dem teilweisen Erhalt der derzeitigen, sich angesiedelten Nutzungen und des Nutzungsmixes sowie der  damit verbundenen teilweisen schonenden Sanierung des Gebäudebestandes. Viele Anwohner versprechen sich davon die Entstehung eines Treffpunktes und Nachbarschaftszentrums, das durch ein beinahe dörfliches Flair besticht. In kleinen Ansätzen konnte der Dialog sogar konkretere Ansätze liefern. So wurde unter anderem vorgeschlagen, dass die Halle 5, die sich seit Jahren als Ort für Ausstellungen, Theateraufführungen, Filmdrehs und Workshops etabliert hat, erhalten beziehungsweise weiter ausgebaut werden sollte. Eine weiterer Beitrag widmete sich der Idee kleinräumlicher privater Werkstätten in Form von „Werkstatt-Raum-WGs“ oder kleinen Einzelräumen à sechs bis zehn Quadratmeter. Die könnten dann auch ruhig drei oder vier Euro teurer als in Harburg sein – so der Kommentar – schließlich spart man sich als Nachbar den Anfahrtsweg und schafft so eine Schnittstelle zwischen professionellen und Hobby-Handwerkern.

Leider fehlt es dabei derzeit noch an konkreten Lösungsmöglichkeiten für die Finanzierung einer solchen Vielzahl kultureller Nutzungen, denn die städtischen Zuschussmöglichkeiten sind bekanntlich knapp und werden in Ottensen bereits von Projekten wie den Zeisehallen oder den Theaterflächen in der Gauss-Straße händeringend benötigt.

Der angestrebte Erhalt der Hallen wird – wie in den Ausschreibungsunterlagen zum Wettbewerb beschrieben – derzeit noch geprüft.

Neue Themen

Seit der durchgeführten Veranstaltung im Mercado sind einige neue Beiträge hinzugekommen, welche die thematische Breite des Dialogs noch einmal erweitern. So werden etwa Gewerbeflächen speziell für den Bereich Mediengestaltung (Tonstudios etc.) vorgeschlagen. Ein Beitrag beschäftigt sich ausführlich mit einer möglichen Nutzung der Hallen 1–4 und sieht hier ideale Voraussetzungen für die Nutzung als Konzerthalle und Kulturlocation.

Das Thema „autofreies Wohnen“ wurde ins Spiel gebracht und auch in der Kategorie „Freiraum“ finden sich nun weitere Beiträge, die tendenziell den rauen Charakter des Areals unterstreichen: eine Wildblumenwiese beispielsweise oder die Möglichkeit zur Tierzucht.

Weiter geht‘s

Eine Woche haben alle Interessierten noch Zeit Ihre Vorstellungen für das Areal einzubringen und zu diskutieren. Bis dahin werden alle Ideen zur Entwicklung selbstverständlich weiter gesammelt und veröffentlicht.

Derweil sind die Architektenteams bereits seit einigen Wochen am Zeichnen und Modellieren der Entwürfe für das neue Quartier. Dabei sind sie angehalten sich mit dem oben gezeichneten Meinungsbild der Öffentlichkeit auseinanderzusetzen und werden von der Redaktion über die eingereichten Beiträge und Diskussionen informiert. Denn schlussendlich müssen sich die Teams dazu äußern wo und warum sie welche Ideen der Bürger in ihren Entwürfen umgesetzt haben oder warum auch nicht.

Am 30. September ist es dann soweit: die Architekten müssen ihre Entwürfe abgeben und in den Tagen darauf werden Sie alle Details zu den zehn Ausarbeitungen hier zu Gesicht bekommen. Dann haben Sie die Möglichkeit jeden einzelnen Entwurf zu kommentieren und gemeinsam zu diskutieren – auch vor Ort im Mercado am 12. Oktober. Am 19. Oktober können Sie den Architekten dann ganz persönlich auf den Zahn fühlen: In der „Gläsernen Werkstatt“ sind alle Teams vor Ort und stehen Ihnen Rede und Antwort zu ihren Entwürfen. Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit!

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