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08.01.2015

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Erste Entwürfe für den Bebauungsplan des Kolbenschmidt-Geländes

Gestern fand in der Max-Brauer-Schule in Altona die öffentliche Plandiskussion zum Bebauungsplan-Entwurf für das Kolbenschmidt-Geländ und das östlich angrenzenden Gebäude (Bebauungsplan Ottensen 66) statt.

Über 150 Besucher kamen zu dieser öffentlichen Veranstaltung des Planungsausschusses Altona, studierten die ausliegenden Planvarianten und nahmen an der regen Diskussion zu den Stärken und Herausforderungen der Entwürfe teil. 

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Eine Vielzahl an Besuchern nutzte bereits eine Stunde vor Beginn der Diskussionsveranstaltung die Gelegenheit, einen ersten Blick in die entsprechenden Planunterlagen zu werfen. Der Bebauungsplan-Entwurf setzt dabei überwiegend Wohn- und Gewerbegebiete fest. Als Gewerbegebiet werden Teile im Nordwesten um die Hallen 6 und 7 und ein Teil des im nordöstlichen Bereich liegenden Schwarzkopf-Geländes ausgewiesen. In Halle 7 soll auch „störendes Gewerbe“ in den erhaltenen Produktionshallen zulässig sein, die so weiterhin Raum für viele der heute schon ansässigen Betriebe bieten. Das Gelände der Firma Schwarzkopf wurde neu geordnet und der Standort des Unternehmens somit nachhaltig gesichert.

Im Süden- und Südosten sind allgemeine Wohngebiete vorgesehen, in denen eine Vielfalt unterschiedlicher Wohnformen angestrebt wird – meist vier- bis sechsgeschossig. Insgesamt sollen etwa 450 Wohnungen entstehen, darunter auch geförderter und familiengerechter Wohnraum. Im Übergangsgebiet zwischen Wohnen und Gewerbe sehen die Planentwürfe Gewerbegebiete mit geringen Emissionen und auf kleineren Flächen auch Mischgebiete vor – also Gebiete, die dem Wohnen und der gleichzeitigen Unterbringung von nicht störendem Gewerbe dienen.

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Zwei Varianten des Bebauungsplans hat der Bezirk zusammen mit den entsprechenden Fachbehörden auf Basis des im Dezember 2013 einstimmig gekürten Siegerentwurfs von coido architects erarbeitet. Die beiden Pläne unterscheiden sich hinsichtlich ihres Umgangs mit den uneingeschränkten Gewerbegebieten, in denen also alle Arten von nicht erheblich belästigenden Betrieben zugelassen sind. Vorgesehen sind sie für Halle 7 und Teile des heutigen Schwarzkopfgeländes. Während die erste Variante Mischgebiete zwischen Gewerbegebiet und angrenzendem Wohngebiet als Puffer festlegt, setzt Variante zwei die Wohngebiete näher an das Gewerbe und verlangt dafür Sonderregelungen und Beschränkungen für die sich unmittelbar gegenüberstehenden Nutzungen, um mögliche Konflikte zu vermeiden.

Nach einführenden Worten des Planungsausschussvorsitzenden Henrik Strate und kurzen inhaltlichen Einführungen zum Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs von Sven Ove Cordsen (coido architects) und zur Struktur des Bebauungsplanverfahrens von Torsten Wild (Claussen-Seggelke) hatte das Publikum anschließend die Möglichkeit, zu den Entwürfen Stellung zu nehmen, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben, denen Frank Conrad, Leiter des Fachamtes für Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirks Altona, Rede und Antwort stand.

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Der Großteil des Publikums zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem vorliegenden Bebauungsplan-Entwurf und freute sich besonders über den Erhalt von Halle 7 und der damit einhergehenden Sicherung für viele der heute schon auf dem Gelände ansässigen Betriebe.

Einige der Besucher sorgten sich um den Anteil an sozialem Wohnungsbau auf dem Areal. Dieser wird in den sogenannten städtebaulichen Verträgen festgelegt, die regeln, welche Rechte und Pflichten der Grundstückseigentümer auf der einen und der Bezirk auf der anderen Seite hat. Die Verhandlung dieser Verträge wird allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, da es sich momentan noch um einen sehr frühzeitigen Stand innerhalb des Bebauungsplanverfahrens handelt. Klar ist aber bereits jetzt: Es wird einen deutlichen Anteil an Sozialwohnungen geben, dafür setzen sich der Bezirk und der Grundstückseigentümer gleichermaßen ein.

Sowohl eine Vielzahl der Besucher als auch der anwesenden Fraktionsvertreter sprachen sich schlussendlich für die erste Variante des Bebauungsplan-Entwurfes aus, die ihrer Meinung nach mögliche Konflikte zwischen störendem Gewerbe und Wohnungsbau von vornherein besser verhindern würde.

Frank Conrad machte allerdings deutlich, dass es nicht zwingend eine Entscheidung für eine der Varianten geben muss. Auch Kombinationen beider oder zusätzliche Entwürfe, die durch die Stellungnahmen der Bürger entstehen, sind möglich, solange der Grundsatzentwurf nicht in Frage gestellt wird.

Die öffentliche Plandiskussion (ÖPD) wurde protokolliert und wird nun vom Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung ausgewertet. Der Planungsausschuss der Bezirksversammlung Altona berät anschließend über die Ergebnisse der ÖPD. Hält er den überarbeiteten Entwurf für reif genug, wird er anschließend für die Dauer eines Monats im Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamtes Altona öffentlich ausliegen. Für die Dauer der Auslegung besteht für alle Interessierten die Möglichkeit, den Planentwurf einzusehen und – falls gewünscht – sich erläutern zu lassen. Sie können ihre Stellungnahmen zu Protokoll geben oder schriftlich einreichen.

Über den weiteren Verlauf des Bebauungsplanverfahrens und die Daten der Auslegung werden wir Sie rechtzeitig informieren!

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