Hintergrund

Ein Industriegelände soll sich neu entwickeln

Ottensen bekommt Zuwachs! Das Gelände in der Friedensallee 128 soll sich neu entwickeln und Teil eines der wohl vielfältigsten und lebendigsten Stadtteile Hamburgs werden. Eine Dialogwerkstatt informierte frühzeitig über die Entwicklungen auf dem Gelände und gab dem Bürgern die Möglichkeit sich zu beteiligen noch bevor der erste Architekt seinen Stift zückte.

Impressionen vom Gelände

Impressionen vom Gelände

Umgebungskarte

Umgebungskarte

Mehr als 100 Jahre lang war das Areal von Werks- und Fabrikhallen bestimmt, entstanden in einer Zeit, in der Ottensen noch zu den zentralen Industriestandorten Hamburgs gehörte. Als eine der letzten Industriebetriebe des Stadtteils musste auch die Fabrik für Pkw- und Kolbenbolzen 2009 ihr Werk auf dem Gelände schließen. Heute beleben Zwischennutzungen das Areal. Nach dieser langen Zeit der intensiven industriellen Nutzung mit entsprechenden Folgen für den Boden und die bestehenden Gebäude, wird es Zeit für eine neue Entwicklung, die den prägenden Stärken Ottensens – wie Vielfalt, Lebendigkeit und Lebensqualität – gerecht wird, sie weiter schreibt und auf das Gelände holt.

Warum eine Dialogwerkstatt?

Es soll eine wirtschaftlich tragfähige Lösung entstehen, in der sich möglichst alle Beteiligten in ihrer Lebenswelt wiederfinden. Eine Lösung, die sowohl den verschiedenen Ansprüchen an Wohnraum gerecht wird, als auch Wohnen, Gewerbe und Handwerk verträglich miteinander vereint, um die bunte Mischung Ottensens zu erhalten und zu fördern. Da der Stadtteil und seine Atmosphäre dabei vor allem von den Menschen geprägt wird, die in ihm wohnen, ist es wichtig, dass diese Menschen – die zukünftigen Bewohner, Nachbarn und Besucher – zu Wort kommen und dabei helfen, das Bild des Areals mitzugestalten. Schließlich sind sie es, die bereits heute oder in Zukunft dort leben werden. Nur so kann ein tragfähiges Konzept für die Neubebauung und Umnutzung entstehen, das allen gerecht wird und die Identität des Ortes wahrt.

Wie konnte man sich einbringen?

Im Laufe des Prozesses gab es sowohl die Möglichkeit online auf der Webseite als auch direkt vor Ort in Ottensen mitmachen. In der ersten Phase ging es darum, Vorstellungen für die Zukunft des Geländes zu sammeln und untereinander zu diskutieren. Ideen zu verschiedenen Fragestellungen konnten mitgeteilt werden: Wie wollen Sie zukünftig in dem neuen Quartier wohnen oder welche Formen von Grün können Sie sich vorstellen?  In der zweiten Phase konnte man sich auf der Webseite über die konkreten Entwürfe der Architekten austauschen. Parallel zum Online-Dialog präsentierten die Architekten ihre Entwürfe am 19. Oktober direkt vor Ort auf dem Gelände des Kolbenschmidt-Areals.

Was passierte mit den Beiträgen?

Alle Ideen zur Entwicklung des neuen Stadtquartiers und alle Anmerkungen zu den Entwürfen wurden gesammelt, aufbereitet und veröffentlicht. Die teilnehmenden Architekten waren angehalten, sich aktiv am Dialog zu beteiligen, wurden aber zusätzlich von einer Redaktion über die eingereichten Beiträge und deren Diskussion informiert.  Noch bevor die Jury tagte wurden entsprechend der Auswertung der Bürgerkommentare darauf aufbauende Fragen an die Teams gestellt. Die Architekten wurden anschließend um Stellungnahme in Form einer Skizze oder textlichen Zusammenfassung gebeten. Sowohl die Auswertung der Bürgerkommentare als auch die Antworten der Architektenteams wurden in der Jurysitzung vorgestellt und diskutiert.  Sämtliche Beiträge, die bei der “Gläsernen Werkstatt” und an den Infoständen in Ottensen gesammelt wurden, wurden online aufbereitet und präsentiert.

In diesem Sinne freuen wir uns, wenn Sie sich auch weiter am Verfahren zur Entwicklung des Geländes in der Friedensallee 128 beteiligen!